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Workshop § 87b SGB V

KVen mehrheitlich positiv: Arzt-Netze vor neuer Förderung (Februar 2013)

Absolut ungewöhnliche Fortschritte für Netze - Dr. Veit Wambach beim ADA-Workshop (© S. Knoop, änd)

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Deutschland, stehen der neuen Netzförderung nach § 87 b SGB V mehrheitlich positiv gegenüber. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Agentur deutscher Arztnetze (AdA) vor ihrem Workshop „Startschuss oder Fehlstart? Die Umsetzung der Netze-Förderung in den Regionen“ durchführte. Bis auf drei KVen antworteten alle auf zwei kurze, aber entscheidende Fragen: Die Agentur wollte wissen, ob und wie die Förderung in den jeweiligen Bezirken finanziert werden soll und wer die dafür erforderliche Anerkennung vornimmt.

Im Versorgungsstrukturgesetz wurde erstmals Netzen, die gewisse Kriterien erfüllen, eine Förderung durch die jeweiligen KVen ermöglicht. Die Voraussetzungen wurden in den letzten Monaten in enger Abstimmung mit der Agentur deutscher Arztnetze fertig gestellt und mit den Krankenkassen konsentiert. Der zuständige KBV-Referent Dr. Bernhard Gibis berichtete auf dem Workshop, dass die Richtlinie, in der die Fördervoraussetzungen in drei Stufen definiert sind, wohl am 1. April 2013 in Kraft treten wird. „Durch die Richtlinien wurden Standards für Netze gesetzt“, so Dr. Gibis. Nun hätten auch die kleineren Krankenkassen einen Rahmen, um mit Netzen in Verhandlungen zu treten. In den Richtlinien werden vorrangig strukturelle Voraussetzungen definiert. So muss ein Netz mindestens drei Jahre existieren, neben Hausärzten mindestens zwei weitere Fachgruppen einbeziehen und ein professionelles Management sowie einen ärztlichen Leiter haben. Für die Rechtsform setzen die Richtlinien die Gesellschaftsformen voraus, die auch bei der Gründung von MVZ gelten. Das Netz selbst sollte zwischen 20 und 100 Ärzte einbinden und bei der zuständigen Ärztekammer gemeldet sein. Zudem müssen die Netze drei Versorgungsziele implementieren: Patientenzentrierung, kooperative Berufsausübung und verbesserte Effizienz. Dies könnten beispielsweise Fallbesprechungen, gemeinsame Dokumentationsstandards, beschleunigte Diagnose- und Therapieprozesse, eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und Maßnahmen zur Patientensicherheit sein. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, so das Ergebnis der AdA-Umfrage, werden die Zertifizierung der Netze, sprich die Überprüfung der Richtlinien, selbst vornehmen.

Knackpunkt ist jedoch die Ausgestaltung der Netzförderung in den KVen. Zwar lässt das Gesetz die Finanzierung innerhalb der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) zu, doch keine der befragten KVen sieht dies als Königsweg. Kein Wunder, ginge eine solche Finanzierung doch zu Lasten der anderen KV-Mitglieder. Die KVen setzen daher bei der Netzförderung eher auf Zusatzverträge mit den Krankenkassen, so genannte add-on-Verträge. Explizit benannt haben diesen Weg die KVen Bayerns, Brandenburgs, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. Eine grundsätzliche Bereitschaft zur Förderung haben darüber hinaus die KVen in Thüringen und Westfalen-Lippe bekundet.

Interessante eigene Wege gehen dabei die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Letztere wollen zertifizierte Netze als „Versorgungsdienstleister“ in die Bedarfsplanung aufnehmen. Zudem hat die Vertreterversammlung jüngst beschlossen, die Förderung von Netzen aus dem Sicherstellungsfonds zu ermöglichen. Niedersachsen geht noch einen Schritt weiter, neben der Gründung einer KV-Netzwerkstatt will die KV für die 42 niedersächsischen Netze konkret insgesamt eine Million aus dem Sicherstellungsfonds bereitstellen. Dies soll die Netze in die Lage versetzen, die Anforderungen aus den Förderungs-Richtlinien zu erfüllen, beispielsweise durch Moderationshilfen, juristische Beratung oder Hilfen bei Vertragsverhandlungen.

In vielen KVen ist zwar die Bereitschaft zur Förderung zu erkennen, konkrete Umsetzungspläne existieren jedoch kaum. Dafür wird auch die kurze Zeit verantwortlich gemacht. Denn seit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes am Jahresanfang 2012 und der Umsetzung ist gerade einmal ein gutes Jahr vergangen. In den Prozessen des Gesundheitswesens ein überschaubar kurzer Zeitraum. So sieht es auch der Vorstandsvorsitzende der AdA, Dr. Veit Wambach: „In der Kürze der Zeit ist das Erreichte das Maximale, was zu erwarten war.“ Die Aufwertung vernetzter Strukturen in so kurzer Zeit sei „absolut  ungewöhnlich“. Dem stimmte auch KBV-Mann Gibis zu und modifizierte den Workshop-Titel auf seine Weise: Die Umsetzung der Netzförderung sei weder ein Schnellstart, noch ein Fehlstart, „sondern ein Kaltstart“.

Präsentationen zum Download

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Vortrag Dr. Veit Wambach (ADA) 872 KB Download
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Vortrag Dr. Bernhard Gibis (KBV) 5307 KB Download
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Vortrag Mark Barjenbruch (KVN) 1742 KB Download
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Vortrag Ekkehard Becker (KVSH) 695 KB Download
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Vortrag Thomas Müller (KVWL) 4019 KB Download
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Vortrag Fabian Demmelhuber (KVB) 748 KB Download