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Symposium Praxisnetze

Impressionen

Fotos: © KBV/Edmonds

Bericht zum Symposium: Neue Perspektiven, alte Widerstände

Ärztenetze brauchen den Leistungserbringerstatus, um Versorgungsverantwortung übernehmen zu können. Außerdem müssten auch Netze die Möglichkeit erhalten, einen Antrag auf Mittel aus dem Innovationsfonds stellen zu können. Diese Forderungen waren Konsens unter den Teilnehmern des Symposiums „Praxisnetze: Randerscheinung von heute oder Blaupause für die Versorgung von morgen?“, zu dem die Agentur deutscher Arztnetze (ADA) in Berlin geladen hatte.

Michael Hennrich (CDU), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, erklärte, dass derzeit geprüft werde, ob man Praxisnetzen den Status eines „regionalen Leistungserbringers“ verleihen könne. Dies würde die Arbeit der Netze erheblich erleichtern und ihnen deutlich mehr Gestaltungsspielraum verleihen. Dies gilt auch im Hinblick auf den geplanten Innovationsfonds. Gegenwärtig könnte nur der einzelne Netzarzt – sprich: der Leistungserbringer – Mittel aus dem Innovationsfonds beantragen. Mit allen Haftungsrisiken. Da im Innovationsfonds 300 Millionen Euro jährlich verwaltet werden sollen, um neue Versorgungsformen und deren wissenschaftliche Evaluation zu fördern, ist anzunehmen, dass nur größere Projekte mit einem Finanzvolumen von mindestens drei Millionen Euro berücksichtigt werden. Summen, für die kaum ein Arzt bereit sein wird, allein zu haften.

Dass das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VStG) kein „reiner Quell der Freude“ sei, aber dennoch Perspektiven für Ärztenetze bereit halte, erläuterte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen in einem Impulsreferat. Anerkannte Netze seien „prädestinierte Antragsteller“ für Verträge nach § 140a neu (Besondere Versorgung), für die Pflegeheim- und Palliativversorgung sowie für das Entlassmanagement. Allerdings musste Gassen einräumen, dass fast die Hälfte der KVen die Rahmenrichtlinie für die Anerkennung von Praxisnetzwerken immer noch nicht umgesetzt hat. „Wir können sie nicht zwingen“, gab Gassen auf Nachfrage zu. Mit dem Bild eines vergifteten Apfels kritisierte der KBV-Vorsitzende die geplante Förderung von Ärztenetzen durch eine Umverteilung aus der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Sie sei ein Eingriff in die Honorarverteilungskompetenz der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen. Gassen plädierte stattdessen für extrabudgetäres Geld.

Für den Vorstandsvorsitzenden der ADA, Dr. Veit Wambach, stellt sich die Finanzierungsfrage noch komplizierter dar. Eine Förderung der Netze innerhalb der MGV führe zu Differenzen mit denjenigen Ärzten, die sich nicht an Netzwerken beteiligen. Eine Finanzierung außerhalb der MGV würde zu Spannungen mit den Kassen führen. Deshalb müsse man einen Kompromiss finden, mit dem beide Seiten leben könnten. Wambach betonte, dass Netze die Strukturen des Kollektivvertragssystems sinnvoll ergänzten und eine Schwächung der KVen nicht im Sinne der Netze sei. Für Dr. Bernhard Gibis, Leiter des Geschäftsbereiches „Sicherstellung und Versorgungsstruktur“ bei der KBV, gehören Netze nicht zur Standard-Versorgung, sondern sind Leuchtturmprojekte, die auf Freiwilligkeit basieren und von sehr engagierten Ärzten angeführt werden. Allerdings sagte auch er: „Die Chancen waren noch nie so gut für Netze, dauerhaft ins SGB V aufgenommen zu werden.“ Dass die Diskussion über Netze nicht ganz neu ist, holte Dr. Harald Terpe, Obmann der Grünen im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, zurück ins Bewusstsein der Symposiums-Teilnehmer. „Die Diskussion um Arztnetze hätte vor zehn Jahren im Rahmen der IV-Versorgung stattfinden können“, so der Arzt und Politiker. Er unterstrich, dass Ärztenetze eine wichtige Aufgabe hätten: „Die Gestaltung der Versorgung findet in der Region statt.“ Hier könne es eine Qualitätssteigerung durch Netze geben, sagte Terpe. Seines Erachtens wird der Sicherstellungsauftrag bei den KVen bleiben, künftig aber nicht nur durch Einzelärzte, sondern auch durch Netze realisiert werden.

Dass die Netze auf dem Vormarsch sind, zeigen auch folgende Zahlen: Mittlerweile beteiligt sich fast jeder Dritte Arzt (32 Prozent) an einem Arztnetz, 2012 waren es noch 27 Prozent (Quelle: Ärztemonitor von KBV und NAV-Virchow-Bund). Auch die Netzagentur wachse, so der ADA-Vorsitzende Wambach. Mittlerweile gebe es 27 Mitgliedsverbünde. Durch die politische Anerkennung und die gesetzliche Förderung hätten die Netze einen regelrechten Schub erfahren.

Julia Bathelt

Unterlagen zum Download

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"Das Versorgungsstärkungsgesetz und seine Auswirkungen auf Arztnetze" (Dr. Gassen) 1326 KB Download
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"Warum Praxisnetze Innovationen sind" (Dr. Wambach) 2115 KB Download
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"Versorgung strukturschwacher Regionen" (Dr. Jäger) 317 KB Download
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"Versorgungskonzepte strukturschwacher Regionen am Beispiel Eifel" (Dr. Flügel-Bleienheuft) 806 KB Download
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"Konzept Heimversorgung" (M. Kuypers) 695 KB Download
PDF
"Polypharmakotherapie und rationale Pharmakotherapie" (Dr. Wambach) 611 KB Download