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KBV Messe 2014

Ministerbesuch am ADA-Stand: Dr. Hans-Jürgen Beckmann, Dr. Veit Wambach, Dipl.-Med. Regina Feldmann, Dr. Andreas Gassen, Dr. Bernhard Gibis, Hermann Gröhe (von links) (© axentis/Lopata)

Arztnetze in Aufbruchstimmung (April 2014)

Einen Tag ohne Diskussionen über Ärztemangel und Wartezeiten – das versprach KBV-Chef Dr. Andreas Gassen Hermann Gröhe zum Auftakt der diesjährigen KBV Versorgungsmesse. Bei seinem Ausstellungsrundgang bekam der Bundesgesundheitsminister dann auch zahlreiche innovative Versorgungsprojekte im Schnelldurchlauf präsentiert. Diese wollten vor allem eins vom Minister wissen: Was geschieht mit den 300 Millionen Euro aus dem neuen Innovationsfonds?

Dass das Messe-Metier für den gerade erst einmal 100 Tage amtsführenden Minister gesundheitspolitisches Neuland gewesen sein dürfte, ließ sich der Politprofi nicht anmerken. Routiniert, aber unverbindlich lobte Gröhe die Anstrengungen um mehr Qualität aus den Reihen der Ärzteschaft und versprach, diejenigen besser zu vergüten, die einen hohen Qualitätsanspruch verwirklichten. Erster Schritt sei der just am Vortag im Bundeskabinett verabschiedete Gesetzentwurf für die Gründung eines neuen Qualitätsinstituts. Dieses solle dem Gemeinsamen Bundesausschuss Entscheidungsgrundlagen für die Qualitätssicherung liefern, erklärte der Minister. Wie unterschiedlich eben jene Qualitätssicherung in der Arztpraxis aussehen kann, machte der Vorstandsvorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze Dr. Veit Wambach beim Eröffnungsgespräch mit Prof. Dr. Joachim Szecsenyi vom Göttinger AQUA-Institut deutlich. Die Kommunikation mit Menschen unterschiedlicher geografischer und sozialer Herkunft komme bei der Ärzte-Ausbildung schlichtweg zu kurz. So könne es sein, dass eine Patientin über Bauchschmerzen klage, in Wahrheit aber ganz andere Probleme habe. Um in einer solchen Situation richtig zu reagieren, so der Nürnberger Hausarzt, brauche es eine kultursensible Kommunikation in der Arztpraxis. Diese müsse in der Aus- und Weiterbildung vermittelt werden. Außerdem verwies Wambach auf die enormen Unterschiede in Morbidität und Mortalität, die sogar zwischen unterschiedlichen Stadtteilen zu messen seien. Diese könnten von den Netzen nivelliert werden.


Grenzen für Netze

Was die Netze außerdem zu leisten in der Lage sind, war in den anschließenden Fachforen zu erfahren. Besonderes Interesse galt dabei den nach § 87b SGB V zertifizierten Kooperationen, von denen das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg nähere Einblicke nicht nur in seine Arbeit, sondern auch die Grenzen der Zusammenarbeit gab. Schwierigkeiten gebe es beispielsweise, so Netz-Geschäftsführer Markus Knöfler, durch die großen Unterschiede bei den Fallwerten zwischen den KVen. Diese lägen in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich höher als in Schleswig-Holstein. Für die Behandlung von Patienten aus dem östlichen Nachbar-Bundesland erhielten die Ärzte im Praxisnetz jedoch nur den Satz der KVSH. „Damit subventionieren wir den Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Knöfler die paradoxe Situation.

Neben dem Lauenburger Netz zählen das Ärztenetz Eutin-Malente, die Gesundheitsregion Siegerland sowie das Ärztenetz MuM – Medizin und Mehr aus dem westfälischen Bünde zum Kreis der KV-zertifizierten Verbünde. Dass es sich dabei allesamt um Mitglieder der Agentur deutscher Arztnetze handele, zeige, dass man mit der Netzagentur auf dem richtigen Kurs sei, so Dr. Wambach. Doch auch bei der Zertifizierungspraxis gebe es regionale Unterschiede. „Die neuen Möglichkeiten haben für Aufbruchstimmung bei den Kooperationen gesorgt. Es gibt allerdings KVen, die die Richtline der KBV nicht umsetzen. Hier müssen wir weiter Überzeugungsarbeit leisten.“ Vorbehalte gebe es zum Beispiel immer wieder bei der Frage, wie eine Netzförderung gestaltet sein könne. Finanzielle Mittel aus der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung kämen dabei für die Netze nicht in Frage, stellte der Vorsitzende klar. „Wir wollen den Kollegen nichts wegnehmen."

Geld muss fließen

Für den Alltag bedeute dies, dass die Netze in der Regel zuerst in Vorleistung gehen müssen. Über Vergütung durch die Krankenkassen werde meistens erst später und nur im Erfolgsfall eines Projektes gesprochen, sagt Dr. Wambach. Umso wichtiger sei es deshalb, dass Mittel aus dem von der Koalitionsregierung vorgesehenen Innovationsfonds an die Netze fließen. „In Netzen werden Versorgungsmodelle erprobt, die später in die Regelversorgung überführt werden können.“ Diese Verbesserung der Patientenversorgung sei mit der Anerkennung der Netze durch § 87b SGB V in einem ersten Schritt bereits gewürdigt worden. „Jetzt muss auch Geld fließen“, so der Vorstandsvorsitzende. Mit der Forderung stößt Wambach zumindest in Teilen der Politik auf offene Ohren. Bei der abschließenden Diskussionsrunde der Versorgungsmesse sprach sich die CDU-Gesundheitspolitikerin Katrin Maag dafür aus, dass mit den Geldern aus dem Fonds auch Ärztenetze gefördert werden: „Wir wollen die Zusammenarbeit von Freiberuflern. Warum soll man aus dem Innovationsfonds nicht auch die Vernetzung von Ärzten fördern?“