Starker

Interessen-
vertreter

für Arztnetze in Deutschland
Tatkräftiger

Unterstützer

auf dem Weg der Professionalisierung
Glaubwürdiger

Dienstleister

bei Vertrags- und Versorgungskonzepten
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KBV-Praxisnetzgipfel "5 Jahre anerkannte Praxisnetze"

Wie geht es weiter mit den Praxisnetzen? Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums der Rahmenvorgabe für die Anerkennung von Praxisnetzen hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am 27.11.2018 zu einem Praxisnetzgipfel nach Berlin geladen. Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung und diskutierten in verschiedenen Formaten über den aktuellen Stand sowie zukünftige notwendige Weichenstellungen zur weiteren Entwicklung der Praxisnetzlandschaft.

Diese ist bis heute sehr heterogen: Projekte und Arbeitsschwerpunkte in den rund 70 anerkannten Praxisnetzen in Deutschland sind höchst unterschiedlich. „Dies wird verständlich angesichts der sehr stark differierenden Situation vor Ort, insbesondere vor dem Hintergrund ausgeprägter sozioökonomischer Disparitäten“, erklärt Dr. Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze.

Was die mehr als 6.000 in den Praxisnetzen engagierten Ärztinnen und Ärzte jedoch eint, sei das große Engagement. Dieses Engagement könne man nicht von jedem erwarten, der eine Praxis eröffne, so der stellvertretende Vorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister.

Die Zusammenarbeit mit einzelnen Krankenkassen sei sehr unterschiedlich. Das Interesse sei jedoch deutlich gewachsen, erklärte Veit Wambach. „Es gibt da einige herausragende Kooperationen, die wir heute erreicht haben.“ Diese Entwicklung in den Praxisnetzen bewertet auch der Spitzenverband der Krankenkassen positiv. „Wir beobachten die Entwicklung mit Wohlwollen und finden es gut, dass die Ärzteschaft hier selbst eine Antwort auf ihre eigene Zukunft der ambulanten Tätigkeit gefunden hat“, erklärte Johann-Magnus von Stackelberg vom GKV-Spitzenverband.

KBV-Vize Hofmeister plädierte für eine bessere Bezahlung für den Mehrwert in der Versorgung, den ein Netzwerk ausmacht: „Wir müssen diesen Mehrwert künftig besser quantifizieren, damit er auch standardisiert vergütet werden kann. Ich kann mir vorstellen, dass dies auch regional funktionieren kann.“ Dem entgegnete von Stackelberg, dass Krankenkassen diese Strukturen nicht finanzieren würden. „Es gibt so viele Organisationsformen von Praxen und wir bezahlen die medizinischen Leistungen, die innerhalb der Strukturen passieren. Nicht die Struktur an sich.“

Ein Thema, das zunehmend Sorgen bereitet und immer wieder in die Diskussionen einfloss, ist der zunehmende Trend privater Investoren, Gelder in Praxen von niedergelassenen Ärzten zu investieren. Stephan Hofmeister erklärte, die KBV setze sich für neue Spielregeln ein, wie künftig Investoren von der Medizin ferngehalten werden könnten. Er habe nichts gegen Investitionen, sie seien erforderlich und Basis jeder selbstständigen Arbeit. „Was gefährlich ist, sind regionale Versorgungsoligopole und versorgungsferne Renditeerwartungen“, so Hofmeister.

Die KBV befürchte, dass Praxisnetze Gegenstand unternehmerischer Interessen werden. Um dem zu begegnen wolle sich die KBV im anstehenden Gesetzgebungsprozess zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) einsetzen.

Der GKV-Spitzenverband sieht die Entwicklung bislang eher gelassen. „Wir können damit bereits bei den Krankenhäusern und bei den Pharmaunternehmen umgehen, warum nicht auch in der Versorgung?“, so Magnus von Stackelberg.

Wie man das Eindringen fremder Kapitalgeber in Netze verhindern könnte, ist allerdings umstritten. Dr. Veit Wambach erklärte, dass gerade mit der Schaffung von Netzen Strukturen geschaffen wurden, die dafür prädestiniert sind, ein Eindringen von Kapitalgebern in die ambulante Medizin verhindern können. Hierfür habe die KBV mit der Rahmenvorgabe bereits ein geeignetes Mittel in der Hand. Um zu verhindern, dass Arztsitze aus der klassischen ambulanten Versorgung verschwinden, und damit die Versorgung gefährdet wird, müssten alle anerkannten Netze die Möglichkeit haben Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Wambach erklärte, dass die Netze bereit wären, die Rahmenvorgabe in diesem Punkt weiter nachzuschärfen, um das Vertrauen in die Netze weiter zu institutionalisieren.

Klar wurde im Rahmen der Veranstaltung aber auch: Die bundesweite Rahmenvorgabe muss so flexibel wie möglich bleiben, um der Pluralität und Heterogenität der Netze Rechnung zu tragen. Im Dialog mit der Bundespolitik sei es für die KBV nun eine Herausforderung, zwar eine Standardisierung der Regelungen für Netze zu erreichen, gleichzeitig aber die individuelle Situation der Netze vor Ort nicht zu zerstören. „Für uns hat hier die Regionalität höchste Priorität“, so Stephan Hofmeister.

Mit Material von aerzteblatt.de, aerztezeitung.de