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Innovationsfonds – Konkurrenz belebt das Geschäft

Prof. Dr. Holger Pfaff gibt den Netzen Tipps für die Antragstellung - © KBV/Kahl - © KBV/Kahl
Prof. Dr. Holger Pfaff gibt den Netzen Tipps für die Antragstellung (© KBV/Kahl)

Einen Antrag auf Mittel aus dem Innovationsfonds so zu stellen, dass er Aussicht auf Erfolg hat, ist eine Wissenschaft für sich. Wo welche Fallstricke lauern und was die Chancen auf Bewilligung von Mitteln aus dem Fonds erhöhen kann, erläuterte Prof. Dr. Holger Pfaff, Vorsitzender des Expertenbeirates des Innovationsausschusses, im Rahmen der Konferenz „Innovation und Kooperation“ in Berlin. Veranstalter waren die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Agentur deutscher Arztnetze (AdA), deren Mitgliedsnetze sich mit innovativen Projekten um eine Förderung bewerben wollen.

Der Expertenbeirat ist die erste Hürde, die Antragsteller auf dem Weg zur Förderung nehmen müssen, denn er führt eine erste Kurzbegutachtung der Anträge durch und erarbeitet Empfehlungen zur Förderentscheidung. Ausschlaggebend ist letztlich das Votum des Innovationsausschusses. Dieser muss aber die Empfehlungen des Expertenbeirates in seine Entscheidungen einbeziehen und Abweichungen von dessen Votum schriftlich begründen.

Pro Projekt nur eine Bewerbung
Dass die insgesamt drei Milliarden Euro pro Jahr – 225 Mio. für neue Versorgungsformen, 75 Mio. für Versorgungsforschung – Begehrlichkeiten wecken und somit die Konkurrenz fördern, sieht Prof. Pfaff positiv, „weil so neue Ideen entstehen“. Für die Arztnetze ist insbesondere die Förderung neuer Versorgungsformen von Interesse. Hierzu gibt es vier Ausschreibungen mit jeweils unterschiedlichen Förderkriterien. Pfaff betonte, dass es nicht zulässig sei, sich mit einem Projekt an mehreren Ausschreibungen zu beteiligen – auch wenn ein Konzept die Kriterien für verschiedene Fördertöpfe erfülle. Wenn man beispielsweise ein Konzept zur Digitalisierung in einem strukturschwachen Gebiet einreichen wolle, müsse man ausloten, ob die Chancen auf Bewilligung bei der Ausschreibung für Versorgungsmodelle in strukturschwachen und ländlichen Gebieten oder bei der Ausschreibung im Bereich Telemedizin, Telematik und E-Health am größten seien, so der Vorsitzende des Expertenbeirates.

Geförderte Projekte müssen auf andere Regionen und/oder Patienten übertragbar sein und Potenzial haben, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden. Pfaff bezeichnete dies in seinem Vortrag als „flexible Standardisierung“. Zudem sollte mindestens eine Krankenkasse mit an Bord sein. Hieran hapert es aber teilweise in der Praxis. So schilderte AdA-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Jürgen Beckmann, dass in seinem Netz „MuM – Medizin und mehr eG“ ein bereits ausgereiftes Projekt zur elektronischen Visite laufe, an dem sechs Ärztenetze teilnehmen wollten. Die Übertragbarkeit sei theoretisch gegeben, praktisch aber gefährdet, weil die verschiedenen Krankenkassen in den Regionen ihre Befindlichkeiten hätten und nicht an einem Strang zögen. Dies könne ein K.O.-Kriterium für die Förderung sein, erklärte Prof. Pfaff. Ob die Kassen nicht an einer Umsetzung solcher Projekte interessiert sind, weil sie lieber regionale Einzelprojekte fördern oder weil nicht abgerufene Mittel aus dem Innovationsfonds in den Gesundheitsfonds fließen, ist Spekulation.

Krankenkassen mauern
Auch der AdA-Vorsitzende Dr. Veit Wambach weiß, wie schwierig es ist, Krankenkassen für ein Projekt zu gewinnen. Mit seinem Gesundheitsnetz Qualität & Effizienz eG in Nürnberg hat er ein Konzept zur Förderung des rationalen Antibiotika-Einsatzes entwickelt. Dieses wird u.a. von der AOK Bayern unterstützt. Die Vorteile des Projektes liegen auf der Hand: Zum einen war die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen das zentrale deutsche Thema beim G7-Gipfel 2015, so dass ein politisches Mandat vorliegt. Überdies wird das Thema explizit in der Ausschreibung zum Innovationsfonds erwähnt. Vorteilhaft sind auch die strukturellen Voraussetzungen. Da das Projekt auf bestehenden Verträgen aufsetzt, sind keine erneuten Patienteneinschreibungen notwendig. Und dennoch gibt es AOKen, die sich gegen die Teilnahme sperren.

Die Adaption eines Projektes aus den USA stellte Dr. Oliver Gröne von der OptiMedis AG vor. Unter dem Titel „Besser gemeinsam“ wurde eine gemeinsam von Ärzten und Patienten geführte elektronische Gesundheitsakte eingeführt mit dem Ziel, die Patientensicherheit zu verbessern sowie die Adhärenz und Selbstmanagementkompetenz durch aktive Einbeziehung des Patienten zu fördern. Zudem solle ein Kulturwandel erreicht werden, so Gröne. Man wolle weg davon, Akteneinsicht hauptsächlich aus haftungsrechtlichen Gründen zu nehmen. In den USA geht das Projekt 2020 in die Regelversorgung über. OptiMedis will sich damit für den Innovationsfonds bewerben.

Der Vorsitzende des Expertenbeirates, Pfaff, gab den Teilnehmern der Netzkonferenz mit auf den Weg, auf die Einhaltung bestimmter Formalien bei der Antragstellung zu achten, da die Anträge sonst nicht bearbeitet würden. Entspricht alles den Vorgaben, müssen Antragsteller etwa sechs Wochen auf ein Kurzgutachten und eine Empfehlung des Expertenbeirats warten.

Julia Bathelt

Impressionen

Presseberichte

Die Furcht der Arztnetze, Hauke Gerlof für die Ärzte Zeitung

„Webfehler“ im Innovationsfonds, Thorsten Maybaum für das Deutsche Ärzteblatt

Konferenz in Berlin: Arztnetze setzen auf Innovationsfonds (nur mit Login), Thomas Trappe für den änd

Versorgung 2030: Wambachs Visionen (nur mit Login), Marco Münster für den änd

Downloads

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"Innovationsfonds: Aufgaben und Arbeitsweise des Expertenbeirats" (Prof. Holger Pfaff) 316 KB Download
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"Elektronische Visite - elVi" (Dr. Hans-Jürgen Beckmann) 1582 KB Download
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"'Besser gemeinsam' – Patienten erhalten Zugang auf ihre Patientenakte" (Dr. Oliver Gröne) 525 KB Download
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"Vision 2030" (Dr. Veit Wambach, Ulf Werner, Dr. Christian Flügel-Bleienheuft) 2300 KB Download
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"Anti-Korruptionsgesetz: Notwendiger Rechtsrahmen oder Kooperationsblockade?" (Dr. Hans-Jürgen Beckmann) 610 KB Download
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"Anti-Korruptionsgesetz: Sachstand und Auswirkungen auf Kooperationen" (Dr. Christoph Weinrich) 369 KB Download