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Ärztenetz Eutin-Malente – Ambulantes Depressionsnetz PIANO

Innovatives Versorgungskonzept PIANO für Patienten mit Depression wird in Schleswig-Holstein pilotiert

© Artem Furman - Fotolia.com

Patienten mit leichter oder mittelgradiger Depression der AOK NORDWEST im Versorgungsgebiet östliches Holstein profitieren seit Juni 2014 von einem neuen Therapieprogramm. Im Rahmen des Projekts „PIANO“ (Psychosoziale Interventionen durch ambulante Netzwerke vor Ort) wird die ambulante Versorgung der Betroffenen in der Region deutlich verbessert. Dazu haben AOK NORDWEST, Ärztegenossenschaft Nord e.G. (ÄGN) und die Gesundheitsnetz östliches Holstein Management GmbH, (die für das ÄNEM e.V. zuständige Managementgesellschaft) einen IV-Vertrag geschlossen.

Ziel ist es, den betroffenen Patienten einen schnellen Zugang zu Behandlungsangeboten zu ermöglichen und ihnen kurzfristig bedarfsgerechte Hilfe anzubieten. Grundgedanken dieses Konzeptes zur vernetzten Versorgung sind eine standardisierte Diagnostik zur stadiengerechten, raschen Zuordnung zu Therapieangeboten, die Schaffung neuer Angebote und ihre effiziente Nutzung mittels eines neuartigen elektronischen Behandlungspfades mit einem zentralen Casemanagement.

Im Mittelpunkt von PIANO steht die ambulante Betreuung von Patienten mit leichter oder mittelgradiger Depression im Alter von 18 bis 64 Jahren. Sie erhalten nach einer strukturierten Eingangs- und Verlaufsdiagnostik konkrete Angebote an die Hand. So werden Patienten mit leichter Depression gezielt regionale Angebote von Selbsthilfegruppen vermittelt und Patientenschulungen (ambulante Psychoedukationsgruppen) angeboten. Dazu gehören auch gezielte Beratungen zu Bewegungsangeboten. Die Betroffenen profitieren von nützlichen Informationen zu ihrer Erkrankung und lernen, den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen und Rückfälle zu vermeiden.

Patienten mit mittelgradiger Depression hingegen benötigen meist psychotherapeutische Hilfe. Das neue Versorgungskonzept sorgt dafür, dass diese innerhalb von zwei Wochen antragsfrei nach Diagnosestellung bereit steht und sich der Betroffene nicht allein auf die Suche nach einem Therapeuten machen muss.

Vom Casemanagement werden Gruppen- oder Einzelsitzungen bei am Projekt teilnehmenden Psychotherapeuten vermittelt, für Berufstätige bei Bedarf auch am späten Nachmittag oder in den Abendstunden. Dazu sollen zusätzliche Behandlungskapazitäten zum Beispiel durch neue Gruppenangebote oder Therapieangebote außerhalb der üblichen Praxiszeiten geschaffen werden. Das Casemanagement behält die Abläufe mittels eines elektronischen Pfad- und Abrechnungssystems, das auch als zentrale elektronische Fallakte fungiert, im Auge und kann bei Bedarf unterstützen. Das Pilotprojekt in der Region östliches Holstein ist zunächst auf zwei Jahre und 100 Patienten angelegt, um Wirksamkeit und Erfolg zu prüfen.

Mehr Informationen: www.aerztenetz-eutin.de