Suche
Positionen

Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Stellungnahmen

Als Interessenvertreter der Praxisnetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland äußert sich die Agentur deutscher Arztnetze zu Gesetzesinitiativen und gibt zu den Entwürfen eigene Stellungnahmen ab.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

zu den Projekten
Kontakt zu uns

Schicken Sie uns Ihre Fragen oder Anmerkungen über das Kontaktformular oder rufen Sie uns an: (0 30) 403 656 700.

zum Kontaktformular
Starker

Interessen-
vertreter

für Arztnetze in Deutschland
Tatkräftiger

Unterstützer

auf dem Weg der Professionalisierung
Glaubwürdiger

Dienstleister

bei Vertrags- und Versorgungskonzepten
Starker
Interessenvertreter
für Arztnetze in Deutschland
Tatkräftiger
Unterstützer
auf dem Weg der Professionalisierung
Glaubwürdiger
Dienstleister
bei Vertrags- und Versorgungskonzepten

Infokampagne zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen: ARena

München, 19. November 2019 - München, 19.11.2019 –Die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland nachhaltig abwenden – dafür setzen sich die Vertreter von „ARena“ ein. Anlässlich der Weltantibiotikawoche der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Forschungsprojekt heute (19.11.2019) in München über Erfahrungen und erste Ergebnisse des Projektes informiert, um Antibiotika umsichtiger einzusetzen. Den 292 beteiligten Ärzten aus 12 bayerischen und 2 nordrheinwestfälischen Arztnetzen wurden dazu im Interventionszeitraum über 7 Quartale (Q4/2017-Q2/2019) eine Vielzahl an Maßnahmen angeboten, um die von ihnen betreuten etwa 80.000 Behandlungsfälle mit den hier untersuchten Indexerkrankungen (Atemwegserkrankungen, Ohrenschmerzen, Sinusitis, unkomplizierten Harnwegsinfekten) möglichst ohne Antibiotika zu versorgen bzw. diese nur nach kritischer Abwägung und mit Bedacht zu verordnen. Auch bei Patienten und in der Öffentlichkeit wurde mit verschiedenen Aktionen das Bewusstsein für die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch Antibiotikaresistenzen geschärft.

„Seit ihrer Entdeckung vor 90 Jahren sind Antibiotika unsere wichtigste Waffe bei der Behandlung bakterieller Infektionen. Häufig werden sie aber verschrieben und eingenommen, obwohl sie gar nicht benötigt werden. Das führt dazu, dass die Wirksamkeit von Antibiotika gefährdet ist, da durch ihren unbedachten Einsatz Resistenz-Bildung und -Verbreitung gefördert wurden.“ erklärt Professor Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer im aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, dem Konsortialführer des ARena-Projekts.

Aus Sicht der Ärzte seien u.a. die Erwartungen der Patienten, Zeitdruck in den Praxen aufgrund hoher Arbeitsbelastung und diagnostische Unsicherheit Gründe für die häufige Verordnung von Antibiotika. Um die Ärzte und ihre Praxisteams zu unterstützen, wurde ihnen im Rahmen ihrer Projektteilnahme eine Vielzahl an Maßnahmen, wie etwa ein Training zur Patientenkommunikation, angeboten. Auch der Austausch in Kleingruppen, z.T. auch mit Akteuren außerhalb der Arztnetze, wie Pflegedienten, Krankenhausmitarbeitern, Apothekern oder Zahnärzten, sollte dazu beitragen, den Antibiotika-Einsatz zu verbessern.

Befragungen zeigten, dass die Patientinnen und Patienten heute seltener ein Antibiotikum erwarten, als es ihnen tatsächlich vom Arzt verordnet wird. Wenn kein Antibiotikum verwendet wurde und der Arzt dies gut begründet hat, waren 96% der Befragten damit einverstanden. 2018 lag die Einverständnisquote nur bei 81%. Die große Mehrheit der Patienten ist sich darüber im Klaren, dass Erkältungen bzw. grippalen Infekte auch ohne Antibiotika heilen und dass diese Medikamente ernste Nebenwirkungen haben können. 84% der Befragten war die Resistenzproblematik bekannt.

Professor Joachim Szecsenyi: „Aus den Befragungsergebnissen kann gefolgert werden, dass Ärzte die Erwartung der Patienten bezüglich der Verordnung eines Antibiotikums nicht überschätzen sollten. Die Verordnungsentscheidung für oder gegen ein Antibiotikum sollte gut erläutert und mit dem Patienten besprochen werden.“

 

„Um für das Thema zu sensibilisieren, wollen die ARena-Beteiligten in der Weltantibiotikawoche in der Öffentlichkeit noch stärker für einen bewussten Umgang mit Antibiotika werben“, erklärt Dr. Veit Wambach, Projektbeauftragter der Agentur deutscher Arztnetze, Konsortialpartner des Projekts. Für Patientinnen und Patienten stehen dafür vielfältige Infomedien, wie Erklärvideos, Experteninterviews, Plakate und Flyer in verschiedenen Sprachen, bereit.

Über die sozialen Netzwerke konnte eine beachtliche Reichweite erzielt werden: „Im Mai 2019 wurde die Schallmauer von 1 Mio. Aufrufe durchbrochen“, so Dr. Wambach. Mit Beiträgen von Influencern werden vor allem jüngere Menschen dazu angeregt, sich mit dem Thema Antibiotika und Resistenzen zu beschäftigen. Ein Video, das in Zusammenarbeit mit dem Kanal JustKetchupAnimations entstand, wurde mittlerweile 176.000-mal aufgerufen. Auch die Website www.antibiotika-alternativen.de behandelt viele Aspekte rund um Antibiotika, wie etwa die Frage, warum diese nicht gegen Viren wirken. Erklärfilme wie Husten, Schnupfen - Antibiotika? erhalten in der nun beginnenden Erkältungszeit besondere Relevanz.

Neben den teilnehmenden Praxisnetzen engagieren sich auch die AOKen Bayern und Rheinland/Hamburg, die ebenfalls Konsortialpartner in dem Projekt sind, im Rahmen der Kampagne.„Die AOK Bayern legt besonderen Wert auf hochwertige Gesundheitsversorgung. Mit dem Innovationsfondsprojekt ARena verbessern wir gemeinsam die Versorgungsqualität für Patienten und Versicherte, in dem wir über den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika aufklären. Bundesweit ist ein Rückgang von Antibiotikaverordnungen zu verzeichnen. Dieser Effekt wird durch das Innovationsfondsprojekt ARena deutlich verstärkt – das zeigen erste Auswertungen“, so Martin Steidler Bereichsleiter Versorgungmanagement der AOK Bayern.

Dr. Lutz Bader, Fachreferent Hygiene bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) erklärt: „Die deutschen niedergelassenen Ärzte standen 2017 beim Verordnen von Antibiotika auf dem viertbesten Platz in Europa. Das ist schon sehr gut. Aber: Die Kollegen aus den Niederlanden oder Schweden zeigen, dass es noch besser geht. Das Problem mit multiresistenten Erregern lässt sich durch regionales, nationales und internationales Handeln verringern. ARena ist ein erfolgreiches Arztnetz-Projekt, bei dem Vertragsärzte in Bayern und Nordrhein-Westfalen zeigen konnten, wie sich Antibiotika im ambulanten Bereich sorgsam einsetzen und Verbesserungen erreichen lassen.“

Die Fortschritte untermauern auch Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland. Demnach wurden in 2010 noch 562 Verordnungen pro 1.000 gesetzlich Versicherten ausgestellt, 2018 waren es nur noch 446 – ein Rückgang um fast 21 Prozent. Für Dr. Bader besonders erfreulich: „Bei Neugeborenen und Säuglingen hat sich die Verordnungsrate von 2010 bis 2018 fast halbiert. Im Kindergartenalter, wenn unsere Kleinkinder oft zum ersten Mal mit Erregern in Kontakt kommen, gab es die höchste absolute Reduktion von 1.213 Antibiotika-Verordnungen in 2010 auf 683 in 2018.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) appelliert: „Jeder Einzelne kann dazu beitragen, Infektionskrankheiten bei sich, in seiner Familie und in der gesamten Bevölkerung zu vermeiden und dadurch Antibiotika einzusparen. Am einfachsten gelingt dies, indem man sich an den öffentlich empfohlenen und von den Krankenkassen finanzierten Schutzimpfungen, wie z.B. gegen Influenza, die echte Virusgrippe, oder gegen Pneumokokken, die häufigsten bakteriellen Erreger von Lungenentzündungen, beteiligt.“ 

Weitere Informationen zu den ARena-Aktionen sowie die Erklärfilme finden Sie unter: https://antibiotika-alternativen.de/tippsinfos/.

Hintergrund:
Das Projekt ARena – Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden – bündelt Maßnahmen, um zum sorgsamen Umgang mit Antibiotika und rationalen Einsatz insbesondere von Breitspektrum-Antibiotika beizutragen. Dabei geht es zum einen darum, dass am Projekt teilnehmende Ärztinnen und Ärzte sich über ihr eigenes Verordnungsverhalten von Antibiotika bewusst werden und sich mit Kollegen vergleichen und darüber austauschen, wie der Einsatz von Antibiotika verbessert werden kann. Zum anderen geht es darum, das Wissen der Patienten zu verbessern. Denn oftmals fordern Patientinnen und Patienten eine Antibiotika- Verordnung in dem Fehlglauben, damit schneller wieder auf die Beine zu kommen. Deshalb nehmen sich Ärzte und Ärztinnen in dem Projekt mehr Zeit für die Aufklärung über Antibiotika bei ihren Patienten mit den für das Projekt festgelegten Infektionserkrankungen. Das Projekt versucht auch, eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen, um die Menschen für das wichtige Thema zu interessieren. ARena wird mit Mitteln aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) finanziert (Förderkennzeichen 01NVF16008). Die ursprüngliche Laufzeit des Projektes bis Ende 2019 wurde um 9 Monate verlängert und läuft somit bis Ende September 2020.

Weitere Informationen unter: www.arena-info.de 

Mitglied werden

Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen Sie die Interessen der Arztnetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland. Die Netzagentur etabliert sich darüber hinaus zur Kommunikations- und Maklerplattform für Netzprodukte.

mehr zur Mitgliedschaft
Arztnetze kurz erklärt

Unter dem Dach der Agentur deutscher Arztnetze haben Gesundheitsexperten aus den Mitgliedsnetzen ein Positionspapier erarbeitet. Auf neun Seiten werden Aufgaben, Ziele und Forderungen der in der Netzagentur organisierten Versorgungsverbünde erklärt.

Anerkannte Praxisnetze

Seit 2013 können die Kassenärztlichen Vereinigungen Praxisnetze als solche anerkennen. Die Agentur deutscher Arztnetze führt eine Übersicht zum Stand der Anerkennung in Deutschland.

Termine