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Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Stellungnahmen

Als Interessenvertreter der Praxisnetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland äußert sich die Agentur deutscher Arztnetze zu Gesetzesinitiativen und gibt zu den Entwürfen eigene Stellungnahmen ab.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

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TELnet@NRW feiert über 1.000 Telekonsile

Bünde, 11. Juni 2019 - Das mit Mitteln des Innovationsfonds geförderte Projekt TELnet@NRW, in dem die ADA-Mitgliedsnetze MuM Bünde und Gesundheitsnetz Köln-Süd (GKS) Projektpartner sind, hat seit dem Start der Projektphase im Januar 2017 erfolgreich über 1.000 Telekonsile im ambulanten Sektor durchgeführt.

In dem Projekt können durch eine speziell eingerichtete digitale Infrastruktur zwischen den Experten der beiden Universitätskliniken Aachen und Münster sowie den Partnern aus 17 Kooperationskrankenhäusern und den beiden Praxisnetzwerken regelmäßig Televisiten und -konsile abgehalten werden. Die Patientenversorgung soll so verbessert und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt werden. Denn eine schnelle Diagnose und Therapie können insbesondere in der Intensivmedizin bzw. bei kritisch kranken Patienten lebensrettend sein.

Univ.-Prof. Dr. Marx, FRCA, Konsortialführer von TELnet@NRW ist begeistert über den Projekterfolg: „1.000 Telekonsile sind ein toller Beitrag zur Unterstützung der wohnortnahen Versorgung im Land. Wir schaffen damit eine Win-Win-Win-Situation: Sowohl die Ärzte in den Kooperationskrankenhäusern und Arztnetzen als auch die Experten in den Unikliniken Aachen und Münster profitieren davon, Therapieentscheidungen kollegial zu beraten. Den meisten Nutzen aber spüren unsere Patientinnen und Patienten durch eine optimierte intensivmedizinische und infektiologische Versorgung.“

Diesen Eindruck bestätigen die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Dr. med. Kathrin Sperling, Fachärztin für Anästhesiologie in der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Münster und eine der regionalen Projektleitungen, sieht eine deutliche Qualitätssteigerung durch den gegenseitigen Austausch: „Mit jedem Konsil wächst unser Erfahrungsschatz und steigt das Vertrauen der beteiligten Ärzte und Patienten in unser Projekt. Durch die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse, unabhängig davon, ob in der ambulanten oder stationären Versorgung, in der Infektiologie oder der Intensivmedizin, sind wir zu einem lebendigen intersektoralen Qualitätsnetzwerk geworden.“ Prof. Dr. med. Sebastian Lemmen, Leiter des Zentralbereichs für Krankenhaushygiene und Infektiologie an der Uniklinik RWTH Aachen stimmt zu: „Für mich ist das Besondere an TELnet@NRW die Tatsache, dass wir viel mehr als sonst im fachlichen Austausch mit unseren niedergelassenen Kollegen stehen. Das gibt uns die Gelegenheit, uns mit interessanten infektiologischen Fragestellungen im ambulanten Umfeld zu beschäftigen, welche in unserer täglichen Praxis sonst nur selten vorkommen.“ Diesen spürbaren Mehrwert beobachtet auch Dr. med. Gesa Fiedler, niedergelassene Gynäkologin und Vorstand von MuM Medizin und Mehr eG Bünde: „TELnet bringt mir auf Knopfdruck zusätzliches Expertenwissen in meinen Praxisalltag – zu meinem Nutzen und zum Nutzen meiner Patientinnen.“

Da die Förderphase von TELnet@NRW im Januar 2020 ausläuft, befinden sich die Konsortialpartner bereits in Gesprächen zur avisierten Verstetigung des Projekts. „Wir erleben durch den Einsatz von Telekonsilen und -visiten im Krankenhaus- und Praxisalltag eine erhebliche Entlastung der Mediziner. Das soll auch nach Ablauf der Förderphase so bleiben. Wegweisende Entscheidungen aus politischer Hand sind nötig, damit erfolgreich evaluierte Innovationsfondsprojekte zügig in die GKV-Versorgung gelangen können. Wir begrüßen daher die Forderung von Prof. Josef Hecken vom Gemeinsamen Bundesausschusses nach einer Übergangsfinanzierung“, so Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Konsortialführer bei TELnet@NRW.

Zum Abschluss der Förderphase findet am 20. Januar 2020 der TELnet@NRW-Kongress unter dem Motto „Gemeinsam handeln. Kompetent behandeln. Wir gestalten die Patientenversorgung der Zukunft.“ im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf statt.

Ziel von TELnet@NRW ist der Aufbau eines sektorübergreifenden telemedizinischen Netzwerks für Intensivmedizin und Infektiologie. Auf diese Weise sollen klinische und medizinische Strukturen und Prozesse so optimiert werden, dass Behandlungsqualität und Effizienz der Patientenversorgung messbar steigen. Anfang 2017 ging TELnet@NRW unter der Leitung der Uniklinik RWTH Aachen mit dem Universitätsklinikum Münster als regional übergeordnetem Konsortialpartner für das Münsterland an den Start – mit Erfolg: mittlerweile sind mehr als 130.000 Patienten und Patientinnen im Projekt erfasst und anteilig telemedizinisch betreut worden. Konsortialpartner sind die Uniklinik RWTH Aachen, das Universitätsklinikum Münster, das Ärztenetz MuM Medizin und Mehr eG Bünde, das Gesundheitsnetz Köln-Süd e.V., die Techniker Krankenkasse, die Universität Bielefeld und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin.

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Seit 2013 können die Kassenärztlichen Vereinigungen Praxisnetze als solche anerkennen. Die Agentur deutscher Arztnetze führt eine Übersicht zum Stand der Anerkennung in Deutschland.

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