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Positionen zur Bundestagswahl 2017

Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

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Solimed ruft zum verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika auf

Solingen, 21. März 2018 - Das Arztnetz solimed-Unternehmen Gesundheit hat zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Solingen und den Chefärzten der drei Solinger Kliniken die Solinger Bevölkerung und Ärzteschaft zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika aufgerufen. Mit dem Appell soll eine Reduktion des Einsatzes von Antibiotika, insbesondere im ambulanten Bereich erreicht werden.

Wollen den Antibiotika-Einsatz optimieren: (v.l.) Prof. Wolfgang Schwenk, (Chefarzt, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum), Dr. Stephan Kochen (solimed), Mark S. Kuypers (solimed), Dr. Ulrich Neuschäfer (Internist), Dr. Gia P. Nguyen (Chefarzt Innere Medizin St. Lukas Klinik), Dr. Stephan Lenz (Vorsitzender KV Kreisstelle Solingen), Oliver Hartmann (Regionaldirektor AOK), Dr. Sophie Schneitler (Klinik Bethanien)

Das Arztnetz Solimed nimmt am Innovationsfonds-Projekt ARena – Antibiotikaresistenzen nachhaltig abwenden teil. Das Projekt steht im Kontext der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) der Bundesregierung und zielt darauf ab, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten. Dafür muss die Entwicklung von Resistenzen möglichst vermieden, wenigstens aber verzögert werden.

Mit ihrem Aufruf tragen die Akteure die Botschaft des Projekts in die Region. Über eine Informationskampagne und eine intensive Aufklärung und Beratung der Solinger Ärzteschaft soll die Verschreibung von Antibiotika stark reduziert werden. Denn zu oft kommt es vor, dass Antibiotika zu häufig oder falsch angewendet werden.

Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Sie können krankmachende Bakterien töten oder ihre Vermehrung so stark hemmen, dass die körpereigene Abwehr die Infektion beherrschen kann. Sie wirken nur gegen Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden, wie z.B. bestimmte Lungenentzündungen, Blasenentzündungen oder Entzündungen der Haut. Gegen Viren helfen Antibiotika jedoch nicht.

Antibiotika-Resistenzen entstehen, wenn Bakterien sich so verändern, dass diese sich gegen die Wirkung von Antibiotika schützen können. Es ist mittlerweile bekannt: Antibiotikaresistente Keime sind auf dem Vormarsch. Je öfter und je massenhafter die kostbaren Medikamente eingesetzt werden, desto schneller entwickeln sich Resistenzen. Ein sparsamer Umgang mit Antibiotika ist deshalb dringend geboten. Antibiotika sollen dann verschrieben werden, wenn sie auch wirklich helfen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll im Rahmen von ARena noch besser abgewogen werden, ob Antibiotika verschrieben werden müssen.

Resistenzen können sich zudem immer dann entwickeln, wenn Patientinnen bzw. Patienten Antibiotika nicht lange genug einnehmen, wenn Antibiotika zu gering dosiert sind oder wenn Ärztinnen bzw. Ärzte Antibiotika verschreiben, obwohl gar kein Anlass dazu besteht. In allen Fällen wird Bakterien im Körper die Gelegenheit gegeben, Abwehrstrategien gegen Antibiotika zu erproben. Je häufiger jemand Antibiotika einnimmt, desto eher entwickelt er Resistenzen. Mittlerweile trägt jeder zehnte deutsche Mitbürger einen Keim mit einer Variante der Antibiotikaresistenz in sich (Mund, Darm oder Haut). Es sind also längst keine sogenannten „Krankenhauskeime“ mehr! Dies sind ca. 7,8 Millionen deutsche Mitbürger oder 15.000 Solinger Bürger.

Zur Vorbeugung oder aufgrund früherer Erfahrungen Antibiotika einzunehmen, wenn man an Husten, Schnupfen, Hals- oder Ohrenschmerzen leidet, ist in der Regel sinnlos. Es kann sogar gesundheitsschädlich sein, wenn Patientinnen oder Patienten in solch einem Fall darauf drängen, ein Antibiotikum zu verschreiben. Oft fällt es Ärzten schwer, eine sichere Unterscheidung zwischen viralen Infekten (hier hilft ein Antibiotikum nicht) und bakteriellem Infekt zu erkennen. Selbst bei bakteriellen Infekten werden viele Menschen auch ohne Antibiotikum gesund. Wenn nun Patienten bei einem Arztbesuch auf Antibiotika drängen, erzeugt dies einen Druck auf den Arzt, der dann auch schneller zu einer Antibiotikaverordnung führt. Gerade bei grenzwertigen Fällen ist es besser zu sagen: „Wir warten jetzt erst mal ab, wenn's innerhalb der nächsten zwei Tage besser wird ist alles gut und wenn nicht, dann kommen Sie bitte erneut in die Praxis, dann können wir das immer noch ändern.“ Entgegen den Erwartungen der Patienten ist das „Weglassen“ von Medizin für den Hausarzt oft viel mühsamer als der Griff zum Rezeptblock.

Das Projekt ARena

ARena steht für „Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden“ und ist ein Innovationsfonds-Projekt. In 14 Arztnetzen in Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen Ärztinnen und Ärzte im Rahmen von ARena bei diesen Erkrankungen noch genauer hinschauen, ob Antibiotika zur Behandlung wirklich nötig sind. Um das dafür erforderliche Wissen zu verbessern, bilden sich die Ärztinnen und Ärzte laufend fort, treffen sich in Qualitätszirkeln mit Kollegen, informieren sich und diskutieren, in welchen Fällen Antibiotikagaben sinnvoll sind und wo verzichtet werden kann. Darüber hinaus werden in allen Projektregionen die Patienten und die Öffentlichkeit in besonderer Weise über das Thema „Antibiotika-Einsatz“ informiert.

Weitere Infos unter: www.arena-info.de oder www.antibiotika-alternativen.de

Informationen zum Arztnetz Solimed unter: www.solimed.de

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Arztnetze kurz erklärt

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