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Positionen zur Bundestagswahl 2017

Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

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Austausch und Schulungen verbessern Patientensicherheit

13. November 2017 - Damit Arztpraxen im Alltag voneinander lernen können, benötigen sie ein gemeinsames Verständnis von Fehlern und Know-how, wie man mit Fehlern umgehen und sie vermeiden kann. Erst dann kann eine Online-Berichtsplattform sinnvoll genutzt werden. Wichtig ist hierfür ein Mix flankierender Maßnahmen wie Schulungen, Workshops und einem offenen Austausch im Praxisteam.

Austausch unter Kollegen und Schulungen tragen zur Sicherheit der Patienten bei (Foto: chagin - Fotolia)

Zu diesem Ergebnis kamen jetzt die Techniker Krankenkasse (TK), das Institut für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (IfA) und das Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz (QuE) in Nürnberg, Mitgliedsnetz der Agentur deutscher Arztnetze. In einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt haben sie ein digitales, praxisübergreifendes Berichts- und Lernsystem mit 69 Praxen des Netzwerks im Alltag erprobt.

„Rund 580 Millionen Mal im Jahr suchen Patienten einen Haus- oder Facharzt für eine Behandlung auf. Meistens läuft alles nach Plan. Doch wo Menschen arbeiten, passieren Fehler: Es kann einmal ein Laborwert vertauscht, eine Diagnose falsch dokumentiert oder eine Überweisung vergessen werden“, erklärt Dr Veit Wambach, Vorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze und des Gesundheitsnetzes QuE. „Eine Datenbank, in der solche Fälle gesammelt und daraus Verbesserungsvorschläge zur Fehlervermeidung entwickelt werden können, hilft, Fehler im Praxisalltag zu vermeiden und aus ihnen zu lernen. In deutschen Krankenhäusern sind diese Systeme schon weit verbreitet, nicht jedoch im ambulanten Bereich“, so Wambach weiter.

Im Rahmen des Projektes hatten die Praxen Newsletter, Erinnerungs-Mails und Publikationen auf der Online-Plattform des Berichts- und Lernsystems zur Patientensicherheit erhalten. Zudem wurden die Ärzte und medizinischen Fachangestellten in Schulungen, Workshops und Präsentationen in den netzinternen Fachzirkeln an das Thema Fehlermanagement herangeführt.

Das führte dazu, dass sich die Ärzte und ihre Teams im Projektverlauf verstärkt praxisintern über Fehler und deren Ursachen austauschten. Jedoch nahm im Laufe des Projekts das Interesse an der Online-Berichtsplattform ab, weil die Praxisteams ihre praxisinternen Fehler und Probleme als zu spezifisch einschätzten. Sie hielten das System auch für zeitaufwendig und schwierig nutzbar im Praxisalltag, obwohl das Online-Formular im Projektverlauf gekürzt und angepasst wurde.

Die Projektbeteiligten entwickelten daher einen zusätzlichen Ansatz: Die Netzmanager sprachen die Praxen individuell an, um gemeinsam beispielhaft kritische Ereignisse aus ihrer eigenen Praxis zu analysieren. Ein Train-the-Trainer-Seminar schulte das Netzmanagement, um die Praxen bei Besuchen vor Ort zu coachen und passgenau auf die individuellen Gegebenheiten der einzelnen Praxis einzugehen.

Die Ergebnisse sprechen für sich: 89 Prozent der Ärzte und des Praxispersonals gaben in der Abschlussbefragung an, dass sie in Teamsitzungen über kritische Ereignisse gesprochen hatten. 60 Prozent berichteten, dass ihre Praxis ein Verzeichnis über derartige Vorkommnisse führe, zum Beispiel ein Fehlerbuch. Zu Beginn des Pilotprojekts waren es nur 28 Prozent gewesen. Auch Schulungen zum Thema Risikomanagement wurden gut angenommen. Insgesamt zeigten sich 55 Prozent der Haus- und Fachärzte sowie des Praxispersonals nach der Projektphase zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit dem Risikomanagement ihrer Praxis.

„Der Umgang der Praxisteams mit Fehlern hat sich im Verlauf des Projekts positiv verändert. Wir nehmen ein neues Bewusstsein wahr: Praxisteams melden uns aktiv Erfahrungen aus Fehlersituationen und teilen uns ihre Verbesserungsvorschläge mit", resümiert Veit Wambach. Das Projekt habe zu einer lebendigen Sicherheitskultur geführt, in der es nicht darum gehe, einen Schuldigen zu finden, sondern herauszufinden, warum ein Fehler oder eine brenzlige Situation entstehen konnte und Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.

Das Projekt zeige aber auch, dass es eines integrierten Ansatzes bedarf, um Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung nachhaltig zu fördern. Allein ein digitales praxisübergreifendes Berichtssystem reiche nicht aus. Nötig seien zudem regelmäßige Schulungen, ein Peer-Review-Verfahren, also der Austausch auf Kollegen-Ebene, überzeugte Praxis-Leitungen und praxisinternes Know-how, um Fehler sinnvoll zu analysieren und daraus Maßnahmen zu entwickeln. „Hier zeigt sich der enorme Vorteil von Praxisnetzen, in denen beispielsweise im Rahmen von Qualitätszirkeln sowieso ein regelmäßiger Austausch stattfindet. Praxisnetze bieten somit nachweislich die Chance, die Qualität der ambulanten Versorgung nachhaltig zu verbessern“, so Wambach abschließend.

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