Positionen zur Bundestagswahl 2017

Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

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Praxissoftware: Offene Schnittstellen werden Pflicht

Berlin, 14. Juni 2017 - In einem weitgehend unbemerkten „Omnibus-Verfahren“ hat der Gesetzgeber wichtige Weichen für mehr Transparenz und Wettbewerb bei Softwarelösungen geschaffen. Kooperative und innovative Versorgungsformen wie etwa die Arztnetze sehen darin große Chancen.

Hersteller sollen offene und standardisierte Schnittstellen für die Archivierung von Patientendaten und für den Systemwechsel schaffen (Foto: kim - Fotolia)

Im Zuge des Beschlusses zum „Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten“ hat der Bundestag den § 291 d SGB V neu gefasst. Der § 291 d SGB V regelt für die Versorgung gesetzlich Versicherter die „Integration offener Schnittstellen in informationstechnische Systeme“. Nach dem Beschluss soll der § 291 d Abs. 1 SGB V künftig folgenden Inhalt haben:

„In informationstechnische Systeme, die zum Erheben, Verarbeiten und Nutzen von personenbezogenen Patientendaten eingesetzt werden in 1. der vertragsärztlichen Versorgung, 2. der vertragszahnärztlichen Versorgung und 3. Krankenhäusern, sind offene und standardisierte Schnittstellen zur systemneutralen Archivierung von Patientendaten sowie zur Übertragung von Patientendaten bei einem Systemwechsel zu integrieren.“

Bislang „sollte“ die Integration „so bald wie möglich“ erfolgen. Nunmehr ist eine Umsetzungsfrist von zwei Jahren vorgesehen. Dazu heißt es in dem Entwurf:

„Die Integration der Schnittstellen muss, spätestens zwei Jahre nachdem die jeweiligen Festlegungen nach den Absätzen 2 bis 4 in das Interoperabilitätsverzeichnis nach § 291e aufgenommen worden sind, erfolgt sein.“

Aus Sicht der Agentur deutscher Ärztenetz und ihrer Mitglieder ist die Änderung der Gesetzesgrundlage ein längst überfälliger und notwendiger Schritt. Mit einer homogenen Schnittstelle wird der Datenaustausch im Sinne von EFA oder EPA in Netzen auch zwischen PVS verschiedener Hersteller möglich. Durch die Interoperabilität sind Netzärzte nicht mehr gezwungen, ihr PVS wechseln zu müssen.

Zudem führt die Neuregelung dazu, dass mehr Wettbewerb und Innovationen bei der Expertensoftware ermöglicht und damit die Qualität in der Versorgung von Patienten verbessert werden. Dr. Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze: „Mit der neuen Regelung wird endlich ein Wettbewerb bei medizinischer Expertensoftware ermöglicht. Denn die Anbieter von Software können sich damit nicht mehr darauf verlassen, dass niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser aus Furcht vor dem Verlust von Patientendaten einen Wechsel des Anbieters vermeiden. Die Daten werden mobil und die Patienten und Anwender damit frei, mit ihren Daten umzuziehen. Das wird dazu führen, dass innovative Anwendungen die Möglichkeit erhalten, in den Markt einzusteigen und damit die Qualität medizinischer Expertensoftware weiter verbessern. Das Gesetz ist deshalb nur zu begrüßen.“

 

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Arztnetze kurz erklärt

Unter dem Dach der Agentur deutscher Arztnetze haben Gesundheitsexperten aus den Mitgliedsnetzen ein Positionspapier erarbeitet. Auf neun Seiten werden Aufgaben, Ziele und Forderungen der in der Netzagentur organisierten Versorgungsverbünde erklärt.

Anerkannte Praxisnetze

Seit 2013 können die Kassenärztlichen Vereinigungen Praxisnetze als solche anerkennen. Die Agentur deutscher Arztnetze führt eine Übersicht zum Stand der Anerkennung und Förderung in Deutschland.