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Positionen

Praxisnetze zählen zu den Innovationsmotoren des deutschen Gesundheitswesens. Was notwendig ist, um die koordinierte Patientenversorgung in den Regionen weiter zu stärken, hat die Agentur deutscher Arztnetze in ihrem Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl 2017 formuliert.

Stellungnahmen

Als Interessenvertreter der Praxisnetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland äußert sich die Agentur deutscher Arztnetze zu Gesetzesinitiativen und gibt zu den Entwürfen eigene Stellungnahmen ab.

Innovative Netzprojekte

Ärztenetze sind Brutstätten für innovative Versorgungsideen. Hier werden Projekte entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten mit neuen Techniken und Therapien eingehen. Unter der neuen Rubrik "Projekte aus den Netzen" zeigen die Mitgliedsnetze, welche Lösungen sie entwickelt haben. 

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Gesundheitsnetzwerker-Preis für OptiMedis-Projekt „MyDoks"

Hamburg, Hausach, Witten, 30. März 2017 - Das Projekt „MyDoks – Patient Empowerment durch eine gemeinsam geführte Patientenakte“ wurde heute in Berlin mit dem Preis für Gesundheitsnetzwerker in der Kategorie „Idee“ ausgezeichnet. Die Gesundes Kinzigtal GmbH, die bei dem Projekt durch die OptiMedis AG und die Universität Witten-Herdecke unterstützt wird, erhält für die geplante Umsetzung ein Preisgeld von 7.500 Euro, gestiftet von der Berlin-Chemie AG. 

Glücklicher Sieger - Dr. Helmut Hildebrandt mit dem Preis für Gesundheitsnetzwerker (© SeeSaw Agency/Jule Halsinger)

Im Rahmen von MyDoks sollen Patienten in Deutschland erstmals Zugriff auf ihre von Ärzten geführte elektronische Patientenakte bekommen. „Viele Patienten wünschen sich mehr Einblick in ihre medizinischen Daten wie etwa Laborwerte, Befunde und Medikation oder die Karteikarten-Einträge ihres Arztes. Sie wollen besser über ihren Gesundheitszustand informiert sein“, berichtet Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH und Vorstand der OptiMedis AG. Und auch aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht sei der Zugang zu den eigenen Daten sinnvoll, um die Eigenverantwortlichkeit und das Selbstmanagement – insbesondere bei chronisch kranken Patienten – zu stärken. Die Juryvorsitzende Gudrun Schaich-Walch, Staatssekretärin a. D., lobte den Ansatz von MyDoks, das Empowerment von Patienten zu fördern.

MyDoks knüpft an das 2010 in den USA gestartete Open Notes-Projekt an, bei dem mittlerweile zwölf Millionen Patienten Einsicht in ihre elektronische Patientenakte haben. Sie wissen genau Bescheid über ihre Diagnosen und ihre Medikation und können sämtliche Einträge ihres Arztes lesen. Prof. Dr. Tobias Esch, Fakultät für Gesundheit an der Universität Witten/Herdecke, hat das Open Notes-Projekt in den USA wissenschaftlich begleitet: „Die Ergebnisse in den USA sind beeindruckend. Die Evaluation hat gezeigt, dass sich sowohl klinische Ergebnisindikatoren wie gerade auch Patientenaktivierung und -einbeziehung deutlich verbessert haben. Außerdem war das Vertrauen der Patienten in ihre Ärzte durch die Nutzung der Open Notes deutlich gestiegen sowie die Gesundheitskompetenz ganz generell.“ Und auch von den Ärzten wurde das Projekt gut angenommen. „Keiner der Ärzte hat sich nach Ablauf des Studienzeitraums dafür entschieden, die Open-Notes-Praxis zu beenden, obwohl sie zu Beginn skeptisch waren“, erläutert Esch, der auch das Projekt MyDoks von Anfang an als Projektpartner begleitet hat.

MyDoks soll der Bevölkerung im Kinzigtal eine bisher in Deutschland nirgendwo gewährleistete Transparenz ermöglichen. Sobald die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden, soll das Projekt umgesetzt werden, wobei die im Kinzigtal bereits bestehende praxisübergreifende, elektronische Patientenakte als Basis dienen wird. Wie beim Online-Banking werden sich die Patienten in ein geschütztes Portal einloggen und dort ihre Daten und die Einträge ihrer Ärzte einsehen können. „Das Gesundheitswesen denkt immer noch viel zu sehr von den Einrichtungen aus. Wir dagegen sind fest davon überzeugt, dass die Patienten selber viel intensiver das Geschehen mitbestimmen müssen. Erst damit schaffen wir das therapeutische Bündnis auf Augenhöhe, das wir in einer Gesellschaft des längeren Lebens notwendigerweise brauchen“, betont Hildebrandt und kündigt die Ausweitung der Lösung auf weitere Regionen an. 

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Arztnetze kurz erklärt

Unter dem Dach der Agentur deutscher Arztnetze haben Gesundheitsexperten aus den Mitgliedsnetzen ein Positionspapier erarbeitet. Auf neun Seiten werden Aufgaben, Ziele und Forderungen der in der Netzagentur organisierten Versorgungsverbünde erklärt.

Anerkannte Praxisnetze

Seit 2013 können die Kassenärztlichen Vereinigungen Praxisnetze als solche anerkennen. Die Agentur deutscher Arztnetze führt eine Übersicht zum Stand der Anerkennung in Deutschland.

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