Die Gründung eines Netzes muss unter professionellen Gesichtspunkten erfolgen. Daher ist es unumgänglich, Management-Elemente bereit in der Gründungsphase einzusetzen. Dazu sind folgende Schritte erforderlich:
Netz-Idee formulieren Eine zündende Netzidee ist das Ergebnis eines Diskussionsprozesses. Dabei ist es notwendig, dass die innovative Gruppe (siehe unten: Problem) die Gründungsphase aktiv in die Hand nimmt und sich nicht von Skeptikern oder Blockierern hindern lässt. In dieser Phase bestehen lediglich informelle Strukturen, eine regelrechte Organisation ist noch nicht vorhanden.
Idee fixieren Die Netzidee, eigentlich die Geschäftsidee, muss schriftlich fixiert werden. Da in der Regel Kostenträger eingebunden werden sollen, ist ein Businessplan erforderlich. (Siehe hier Deutsches Ärzteblatt: „Neue Versorgungsformen: Kein Start-up ohne Businessplan“, http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=52617). Spätestens jetzt muss über die Rechtsform des Netzes Einigung erzielt werden.
Finanzierungsrechnung erstellen Nach Erstellung eines Businessplanes sind die qualitativen Aussagen in einer Finanzierungsrechnung zu verdichten.
Netzwerkmanagement einrichten Jedes Netz braucht ein professionelles Management. Dabei bestehen zahlreiche Möglichkeiten: Die einfachste und zunächst kostenträchtigste ist die Implementierung eines professionellen Managements (z.B. durch einen fest angestellten Netzwerkmanager – siehe hier auch in der Rubrik „Jobs“). Darüber hinaus kann auch ein ehrenamtliches Management, beispielsweise durch Gründerpersönlichkeiten, eingerichtet werden. Das Management kann aber auch von Institutionen mit bestehenden Management-Kenntnissen übernommen werden (beispielsweise von einem kooperierenden Krankenhaus). Hierfür muss allerdings die Vertrauensbasis unter den Akteuren stimmen. Managementaufgaben können zudem gebündelt werden, das heißt, ein Management (von Dienstleistern, wie beispielsweise Verbänden) kann für mehrere Netze gleichzeitig tätig werden.
Faustregel: Der Erfolg von Gesundheitsnetzwerken beruht im Besonderen auf den Gründerpersönlichkeiten.
Problem: Nicht alle machen mit.
Bei der Gründung von Netzen lässt sich in der Regel folgende Gruppierung beobachten: 30 Prozent der Ärzte bilden die „innovative Gruppe“, die mit Ideen voranschreitet. 40 Prozent der Gruppe lässt sich von der innovativen Gruppe leiten, verhält sich vordergründig aktiv, insgesamt jedoch abwartend. Die restlichen 30 Prozent zählen zu den Skeptikern bis hin zu den verhindern. Bei der Bildung eines Netzes sollte die innovative Gruppe die Initiative ergreifen und allein gründen. Ein Teil der 40-Prozent-Gruppe wird sich im Laufe der Zeit der Netzgründung anschließen. Die verbleibenden 30 Prozent werden dem Netz niemals beitreten, deshalb sollte darauf bei der Netzgründung auch keine falsche Rücksicht genommen werden.
Unter Verwendung von: Prof. Dr. Günter E. Braun, Wie entstehen vernetzte Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen, Diskussionspapier Nr. 13/März 2003, ISBN 3-932856-08-2
Der NAV-Virchow-Bund bietet eine Netz-Beratung an. Zahlreiche Mitglieder des NAV-Virchow-Bundes sind in funktionierenden Ärztenetzen tätig, haben teils Netze initiiert oder führen diese. Als Teil der Netz-Beratung kann der kollegiale Kontakt zu diesen Wissensträgern hergestellt werden. Ergänzt wird das Angebot durch konzeptionelle, betriebswirtschaftliche und juristische Beratung.